Jahresabschluss Hinterlegung

 

Jahresabschluss Hinterlegung

Auf Grundlage der EU-Richtlinie 2012/6/EU und des Kleinstkapitalgesellschaften-Bilanzrechtsänderungsgesetzes (MicroBilG) haben Kleinstunternehmen die Möglichkeit, ihren Jahresabschluss beim Bundesanzeiger zu hinterlegen. Die Hinterlegungsoption kann nur bei Jahresabschlüssen mit Abschlussstichtag 31.12.2012 oder später in Anspruch genommen werden. Bei Jahresabschlüssen mit früheren Abschlussstichtagen ist weiterhin eine Veröffentlichung erforderlich.

Da die Neuregelung des MicroBilG erstmalig für Jahresabschlüsse mit Geschäftsjahresende am 31.12.2012 angewendet werden kann, können Unternehmen erstmals für das Geschäftsjahr 2012 den Status „Kleinstkapitalgesellschaft“ erwerben.

Dies bedeutet, dass für die erste Einstufung als Kleinstkapitalgesellschaft die Schwellenwerte des Geschäftsjahres 2012 zugrunde gelegt werden.

In den Folgejahren gilt dann, wie zur Bestimmung der anderen Größenklassen auch, die folgende Regelung:

Sie gelten als Kleinstkapitalgesellschaft, wenn Sie zwei der drei maßgeblichen Schwellenwerte an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen nicht überschreiten:

  • 350.000 Euro Bilanzsumme
  • 700.000 Euro Umsatzerlöse
  • eine durchschnittliche Zahl von bis zu 10 Beschäftigten

Kleinstkapitalgesellschaften brauchen nur eine vereinfachte Bilanz aufzustellen und müssen ihren Jahresabschluss nicht um einen Anhang erweitern, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz ausgewiesen werden.

Angaben unter der Bilanz sind:

  • Angabe der Haftungsverhältnisse (§§ 251 und 268 Absatz 7 HGB) und
  • Angaben zu gewährten Vorschüssen und Krediten unter Angabe der Zinssätze und Haftungsverhältnisse an und mit Mitgliedern des Geschäftsführungsorgans, eines Aufsichtsrats, eines Beirats u.ä. (§ 285 Nummer 9 Buchstabe c HGB) und
  • Bestand an eigenen Aktien der Gesellschaft an abhängigen/im Mehrheitsbesitz stehenden Unternehmen (NUR im Falle einer AG oder KGaA, § 160 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2 des Aktiengesetzes).

Unabhängig von der Größe können die folgenden Gesellschaftsarten mit Sitz in Deutschland die Hinterlegungsoption nicht nutzen und müssen ihre Jahresabschlüsse veröffentlichen:

  • Kreditinstitut
  • Externe Kapitalverwaltungsgesellschaft
  • Pensionsfonds
  • Versicherung
  • Rückversicherungsgesellschaft
  • Anerkannte Unternehmensbeteiligungsgesellschaft nach §§ 1; 15 UBGG
  • Unternehmen, das am geregelten Markt teilnimmt

Ebenfalls nicht hinterlegen dürfen Unternehmen der Rechtsform „Genossenschaft“ und Unternehmen, die am geregelten Markt teilnehmen.

Finanzdienstleistungsinstitute, die keine Kapitalgesellschaften sind, aber § 264a HGB unterfallen (z.B. GmbH & Co. KG), unterliegen nicht den besonderen Offenlegungsvorschriften nach den §§ 340l ff HGB, jedoch bestehen für diese die allgemeinen Offenlegungspflichten nach den §§ 325, 264a HGB.

Bei deutschen Zweigniederlassungen einer ausländischen Hauptniederlassung (nach §325a oder §340 HGB) gelten die Rechtsvorschriften mit den entsprechenden Schwellenwerten im EU-Staat der Hauptniederlassung.

Berücksichtigen Sie ggfs. Vorgaben Ihrer Satzung bzw. Ihres Gesellschaftervertrages.

Unterstützung bei der Frage, in welcher Form Sie Ihren Jahresabschluss offenlegen müssen, gibt Ihnen der Bilanz-Navigator, den Sie über die Startseite der Publikations-Plattform aufrufen können.

Bitte beachten Sie:
Der Auftrag zur Hinterlegung erfolgt an den Bundesanzeiger.
Die Auftragsübermittlung muss über die Publikations-Plattform (https://publikations-plattform.de) oder via Massenschnittstelle (Webservice) vorgenommen werden.
Hinterlegte Jahresabschlüsse stehen im Unternehmensregister zur Beauskunftung zur Verfügung.
Für die Beauftragung wie für die Beauskunftung müssen Sie auf den Plattformen registriert und angemeldet sein.

 

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